Festnahme im Cold Case Lidl in Mönchengladbach

Blaulicht Rheinland •

Mönchengladbach – Bei einer Pressekonferenz am 13. Oktober gaben die Staatsanwaltschaft Krefeld und die Polizei Mönchengladbach bekannt, dass ein Verdächtiger im Zusammenhang mit dem Mordfall Lidl festgenommen wurde. Der 59-jährige Mann aus Krefeld wurde am 8. Oktober auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt, der die Untersuchungshaft anordnete.

Der Fall bezieht sich auf einen Cold Case aus dem Jahr 1995, als die 24-jährige Filialleiterin Sonja K. in einer Lidl-Filiale in St. Tönis überfallen und getötet wurde. Dieser Fall wurde im Rahmen der zurückliegenden Kampagne „Mord verjährt nicht. Der Niederrhein erinnert sich.“ vorgestellt. 

Kriminaloberrat Boris Vieten erklärte, dass eine zentrale Datenbank beim Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen seit 2016 eingerichtet wurde, um ungeklärte Tötungsdelikte zu erfassen und Altfälle systematisch zu prüfen. Über 50 Prozent dieser Altfälle konnten durch neue kriminaltechnische Erkenntnisse neu bewertet werden.

Die Ermittlungen zu dem beschuldigten 59-Jährigen ergaben, dass er zwischenzeitig als Mitarbeiter einer Detektei und bis 1994 auch als Ladendetektiv in der betreffenden Lidl-Filiale tätig war. Bereits 1995 gab es Verdachtsmomente gegen ihn, die jedoch nicht ausreichend belegt werden konnten. Bei den 2022 wieder aufgenommenen Ermittlungen wurden alle Spuren erneut geprüft, was schließlich den Tatverdacht erhärtete.

Staatsanwältin Rahel Plass informierte, dass der Beschuldigte bei seiner Festnahme kooperativ war, jedoch bislang keine weiteren Angaben zur Sache gemacht hat. Es wurde betont, dass die Ermittlungen ein Signal an die Angehörigen sowie an die Täter sind, dass eine Aufklärung auch nach Jahrzehnten möglich ist.


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