Am 18. März 1990 fand die erste und einzige freie Wahl der 10. Volkskammer der DDR statt. In dieser Wahl wurden 409 Mitglieder gewählt, die die erste echte Volksvertretung der DDR bildeten und entscheidend auf dem Weg zur Deutschen Einheit wirkten. An diese geschichtsträchtige Periode erinnert eine Ausstellung mit dem Titel „Das Volk ist sich seiner selbst bewusst geworden. Die 10. Volkskammer der DDR“ im Mauer-Mahnmal im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus des Bundestages.
Die Ausstellung wurde am Montag, den 16. März 2026, im Rahmen des „Tag der Demokratiegeschichte 2026“ eröffnet. Bei dieser Auftaktveranstaltung wurden die besonderen Leistungen der Volkskammer gewürdigt, die in einem Zeitraum von wenigen Monaten zahlreiche Beschlüsse und Gesetze verabschiedeten. Unter der Leitung von Dr. Sabine Bergmann-Pohl (CDU) übernahm erstmals eine Frau die Präsidentschaft eines Parlaments in der DDR.
Insgesamt verabschiedete die Volkskammer innerhalb von 180 Tagen 93 Beschlüsse und 164 Gesetze, sowie drei Staatsverträge. Diese Leistung stellt eine bemerkenswerte Phase in der deutschen Demokratiegeschichte dar. Die Ausstellung wird bis zum 31. Dezember 2026 zu besichtigen sein.
Die Veranstaltung, die auch eine Podiumsdiskussion umfasste, hob die Wichtigkeit der demokratischen Entwicklungen in Deutschland hervor. Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier soll der Tag der Demokratiegeschichte an bedeutende Ereignisse in der deutschen Demokratie erinnern, darunter die Revolution von 1848 und die Wahl der ersten Volkskammer.