Im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus fand kürzlich eine Veranstaltung des Forums W statt, die sich mit der Thematik „Demokratie – Geschichte?“ beschäftigte. Daran nahmen die Abteilungsleiterin Silke Albin, die Historikerin Sonja Levsen, der Politikwissenschaftler Jens Hacke sowie der Staatsrechtler Christoph Schönberger teil.
Der 18. März hat für die deutsche Geschichte eine besondere Relevanz und wird in diesem Jahr erstmalig mit einem bundesweiten „Tag der Demokratiegeschichte“ gewürdigt. Dies geschieht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und wird von zahlreichen Veranstaltungen begleitet, auch im Deutschen Bundestag.
Während der Diskussionsrunde stellten die Wissenschaftler die Entwicklung der deutschen Demokratie in den Kontext von Krisen und Umbrüchen. Levsen betonte, dass die Demokratie nicht als eine durchgehende Erfolgsgeschichte betrachtet werden könne und verwies auf die Vielfalt der Wege zur Stabilität in demokratischen Systemen. Sie äußerte, dass die Demokratie heute offener sei als je zuvor.
Hacke ging auf die Anpassungsfähigkeit der liberalen Demokratie ein und erläuterte, dass ihre größten Gefahren oftmals von den privilegierten Eliten ausgehen, wenn diese sich von den demokratischen Prozessen abwenden. Er forderte eine intensivere Auseinandersetzung mit dieser Problematik.
Schönberger warnte vor einer einseitigen Fixierung auf die alte Bundesrepublik und hob hervor, dass die Demokratie nicht nur durch rationale Argumentation gerettet werden kann, sondern auch durch emotionale Einbindung und Inklusion von zuvor ausgeschlossenen Gruppen.
Die Veranstaltung bot den Teilnehmenden, darunter viele junge Menschen, die Möglichkeit, sich kritisch mit der Geschichte und den gegenwärtigen Herausforderungen der Demokratie auseinanderzusetzen.