Bei einem öffentlichen Fachgespräch des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung und Zukunftsfragen am 18. März 2026 wurde die Bedeutung eines nachhaltigen Regenwassermanagements für die Städte hervorgehoben. Die Veranstaltungen zogen Experten an, die auf die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels im Umgang mit Regenwasser hinwiesen.
Grit Rudas von der Berliner Regenwasser Agentur stellte das Konzept der Schwammstadt vor, das unter anderem integrierte Maßnahmen der Gebäudebegrünung und den Schutz von Stadtbäumen umfasst. Sie betonte, dass sich Städte den Herausforderungen des Klimawandels anpassen müssen, indem sie sowohl die Problematik von Über- als auch von Unterwasser berücksichtigen.
Philipp Sattler von der Stiftung „Die grüne Stadt“ plädierte dafür, das Stadtgrün als zentralen Förderschwerpunkt in der Gesetzgebung zu verankern. Seiner Meinung nach ist es wichtig, alte Bäume zu erhalten und neue Pflanzen zu setzen, um das Mikroklima zu verbessern.
Prof. Dr. Roland A. Müller vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung betonte die finanziellen Vorteile einer Umstellung auf „blau-grüne Infrastrukturlösungen“. Er wies darauf hin, dass große Investitionen in traditionelle Kanalsysteme erforderlich wären, während innovative Ansätze kostengünstiger seien. Müller forderte daher politische Entscheidungen zur schnelleren Implementierung dieser Lösungen und verwies auf die Notwendigkeit eines gesetzlichen Vorrangs für die Niederschlagsbewirtschaftung.
In den Diskussionen wurde auch deutlich, dass die Herausforderungen der Klimaanpassung häufig nicht ausreichend als Gemeinschaftsaufgabe wahrgenommen werden und die Finanzierung auf kommunaler Ebene oft unzureichend ist. Sattler kritisierte, dass die verschiedenen Länder eigene Anpassungsgesetze hätten, während das Thema auf kommunaler Ebene oft nicht prioritär behandelt werde.