Handlungsbedarf beim Schutz von Kindern und Jugendlichen im Fokus

Blaulicht Rheinland

Am Mittwoch, dem 18. März 2026, fand im Paul-Löbe-Haus in Berlin ein Fachgespräch der Kinderkommission zum Thema mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen statt. Experten äußerten die Notwendigkeit, das Bewusstsein zu schärfen, Prävention zu stärken und Hilfsangebote besser zu vernetzen. Statt reine finanzielle Forderungen zu stellen, präsentierten die Fachleute konkrete Vorschläge zur Verbesserung der mentalen Gesundheit von Heranwachsenden.

Die Teilnehmer verwiesen auf die vielfältigen Belastungen, denen Kinder und Jugendliche ausgesetzt sind, wie Leistungsdruck und negative Erfahrungen in sozialen Medien. Cornelia Metge von der Bundespsychotherapeutenkammer betonte, dass die psychischen Belastungen bei Heranwachsenden seit Jahren auf einem hohen Niveau stagnieren. Sie wies darauf hin, dass lange Wartezeiten auf Behandlungstermine für Kinder untragbar sind, insbesondere im ländlichen Raum, wo es zusätzlich an Jugendhilfeangeboten mangelt.

Der Facharzt Prof. Dr. Michael Kölch stellte klar, dass es wichtig sei, das vorhandene Versorgungssystem zu verbessern und Ressourcen gezielter einzusetzen. Er forderte, die ambulante Versorgung für leichtere Fälle auszubauen und betonte, dass das Leistungsrecht angepasst werden müsse, um die Behandlung wunschgemäß zu gestalten.

Ein weiteres Thema war der Einfluss sozialer Medien auf die psychische Gesundheit. Experten forderten eine gut ausbalancierte Strategie, die Kinder vor schädlichen Inhalten schützt, ohne auf pauschale Verbote zurückzugreifen. Prof. Dr. Tobias Renner wies darauf hin, dass regulatorische Maßnahmen notwendig seien, um schädliche Web-Angebote unter Kontrolle zu bringen.

Des Weiteren wurde die Bedeutung von körperlicher Aktivität für das psychische Wohlbefinden hervorgehoben. Bewegung sei essenziell, um psychischen Problemen vorzubeugen. Friederike Kuhnt vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen wies darauf hin, dass eine gesunde familiäre Umgebung und die Förderung einer gesunden Lebensweise für Kinder von zentraler Bedeutung sind.

Die Sitzung verdeutlichte den dringenden Handlungsbedarf, um die Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen in Deutschland zu verbessern und ihre mentale Gesundheit nachhaltig zu fördern.


Quelle: bundestag.de
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