Duisburg – Die Ermittlungsbehörden haben am 30. September einen bedeutenden Schlag gegen die organisierte Kriminalität durchgeführt. Im Rahmen einer koordinierenden Aktion, die unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Duisburg stand, wurden zahlreiche Festnahmen und Durchsuchungen durchgeführt.
Auf einer Pressekonferenz am 1. Oktober erläuterten die Minister der Justiz und des Innern von Nordrhein-Westfalen sowie Vertreter der Staatsanwaltschaft und der Polizei die Details des umfangreichen Einsatzes. Gegen insgesamt 71 Beschuldigte, darunter Angehörige eines bundes- und europaweit operierenden Geldwäschenetzwerks sowie hochrangige Mitglieder einer Rockergruppierung, laufen Ermittlungen. Ihnen wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie verschiedene Delikte wie Menschenraub, Erpressung und Geldwäsche vorgeworfen.
Die umfassende Aktion erforderte jahrelange Ermittlungsarbeit und eine mehrmonatige Planungsphase. Im Zuge des Einsatzes wurden 14 Haftbefehle vollstreckt und mehr als 140 Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen sowie mehreren anderen Bundesländern und europäischen Ländern, darunter Belgien und die Niederlande, durchgeführt. Erhebliche Vermögenswerte wurden sichergestellt, darunter Grundstücke, Luxusfahrzeuge und Bankkonten.
Mehr als 1700 Einsatzkräfte der verschiedenen Behörden waren an dem Einsatz beteiligt, darunter Spezialeinheiten und IT-Experten. Alle festgenommenen Personen wurden einem Haftrichter vorgeführt und befinden sich in Untersuchungshaft. Die Polizei Duisburg hat ein Hinweistelefon eingerichtet, um mögliche Geschädigte zu erreichen, die bislang noch keinen Kontakt zu den Ermittlungsbehörden aufgenommen haben.