Neuss – Am Sonntagnachmittag wurde die Feuerwehr zu einem außergewöhnlichen Einsatz am Rheinufer in der Nähe der Fleher Brücke gerufen. Dort wurde ein stark korrodierter Metallkörper entdeckt, aus dem weißer Rauch aufstieg und der in Teilen brannte. Die Polizei war bereits vor Ort, als die Feuerwehr eintraf.
Erste Erkundungen führten schnell zu dem Verdacht, dass es sich um ein Kampfmittel handeln könnte. Da keine Gefahr einer weiteren Brandausbreitung bestand, beschlossen die Einsatzkräfte, das brennende Objekt kontrolliert ausbrennen zu lassen. Der Bereich wurde abgesperrt und das zuständige Ordnungsamt sowie der Kampfmittelbeseitigungsdienst wurden zur Unterstützung nachgefordert. Bis zu deren Eintreffen wurde eine Brandwache eingerichtet.
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst stellte fest, dass es sich um eine britische Brandbombe des Typs INC 30 LB aus dem Zweiten Weltkrieg handelte. Rund 300 Gramm weißer Phosphor befanden sich im vorderen Bereich der Bombe. Dieser war durch das Niedrigwasser freigelegt worden und entzündete sich beim Kontakt mit Luft. Die ursprüngliche Hauptladung aus einem Benzin-Kautschuk-Gemisch war über die lange Lagerung im Wasser bereits ausgespült und stellte keine Gefahr mehr dar.
Die Einsatzkräfte betonten, dass Personen, die einen verdächtigen Gegenstand finden, diesen auf keinen Fall berühren oder selbst untersuchen sollten. Stattdessen sollten sie Abstand halten, andere von der Fundstelle fernhalten und umgehend die Polizei oder Feuerwehr über die Notrufnummern 110 oder 112 informieren.
Nach dem Ausbrennen des verbliebenen Phosphors wurde der Bombenkörper durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst gesichert und abtransportiert. Der gesamte Einsatz dauerte etwa drei Stunden.