Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatte einen Antrag mit dem Titel „Vielfältiges muslimisches Leben in Deutschland fördern“ (21/4291) eingereicht. Eine Debatte darüber war für Freitag, den 6. März 2026, angesetzt, wurde jedoch abgesetzt.
In dem Antrag fordern die Grünen, die Bundesregierung solle eine unabhängige Kommission aus Fachleuten und Wissenschaftlern einsetzen. Ziel ist es, einen nationalen Aktionsplan für die Zusammenarbeit mit muslimischen Gemeinden zu entwickeln und verschiedene institutionelle Modelle, wie das Stiftungsmodell, zu prüfen. Außerdem soll die Deutsche Islamkonferenz (DIK) modernisiert und finanziell angemessen ausgestattet werden.
Ein weiterer Punkt des Antrags sieht vor, eine aktualisierte Studie zu „Muslimischem Leben in Deutschland“ in Auftrag zu geben und die wissenschaftliche Forschung zu Themen wie Islamfeindlichkeit und „antimuslimischem Rassismus“ zu fördern. Neben großen, oft konservativen muslimischen Verbänden sollen auch progressive muslimische Gemeinden und zivilgesellschaftliche Organisationen in die Zusammenarbeit einbezogen werden.
Außerdem wird gefordert, muslimische Frauenverbände aus der Zivilgesellschaft durch strukturelle Mittel im Haushalt zu unterstützten und ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. Der Antrag beinhaltet ebenfalls den Abbau von Hürden im öffentlichen Dienst, wie Kopftuchverbote, um muslimisches Leben als Teil des Staates sichtbarer zu machen.
Des Weiteren soll die muslimische Militärseelsorge in der Bundeswehr flächendeckend eingeführt und das bestehende Pilotprojekt in eine dauerhafte Struktur überführt werden. Eine stärkere finanzielle Förderung für bundesweit tätige muslimische zivilgesellschaftliche Organisationen wird ebenfalls gefordert.