Bundestag diskutiert den Siebten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung

Blaulicht Rheinland

Der Bundestag bringt am Freitag, dem 27. März 2026, den Siebten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung mit dem Titel „Lebenslagen in Deutschland“ zur Diskussion. Die Sitzung wird um 11.20 Uhr live übertragen und dauert eine halbe Stunde. Im Anschluss soll der Bericht, verzeichnet unter der Drucksache 21/3250, den Ausschüssen zur weiteren Beratung übergeben werden, wobei der Ausschuss für Arbeit und Soziales federführend sein wird.

Laut dem Bericht waren im vergangenen Jahr in Deutschland etwa zwei Millionen Männer und rund 1,2 Millionen Frauen von hoher Überschuldungsintensität betroffen. Dies entspricht rund 4,6 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Die Regierung weist darauf hin, dass die Zahl der überschuldeten Personen seit Jahren rückläufig ist. Allerdings sei dieser Rückgang teilweise auf eine verkürzte Speicherfrist für Restschuldbefreiungen zurückzuführen, die von drei Jahren auf sechs Monate reduziert wurde. Ohne diesen Effekt ist die Zahl der Überschuldungsfälle im Jahr 2023 erstmals seit 2019 wieder leicht angestiegen.

Der Bericht hebt zudem hervor, dass die Überschuldungsquote bei Menschen über 60 Jahren im Vergleich zur unterdurchschnittlichen Gesamtquote ansteigt. Besonders stark betroffen sind Personen im Alter von 30 bis 49 Jahren, die in einer wirtschaftlich aktiven Phase ihres Lebens stehen. Hierzu zählen finanziell riskante Ereignisse wie Familiengründungen, Hauskäufe und berufsbedingte Veränderungen. Während junge Menschen unter 30 in den letzten zehn Jahren immer seltener von Überschuldung betroffen waren, hat sich die Situation für die über 60-Jährigen verschärft.

Bezüglich der Verteilung des Nettovermögens informiert der Bericht, dass sich der Anteil des Vermögens, welches die vermögendsten zehn Prozent der Haushalte besitzen, nur geringfügig verändert hat. Diese Haushalte besitzen nach wie vor 54 Prozent des gesamten Nettovermögens, im Vergleich zu 59 Prozent im Jahr 2010/11. Der Median des Nettovermögens lag im Jahr 2023 bei 103.200 Euro. Um zu den reichsten zehn Prozent der Haushalte in Deutschland zu gehören, war ein Nettovermögen von etwa 780.000 Euro erforderlich.


Quelle: bundestag.de
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