Der Bundestag wird am Freitag, den 20. März 2026, einen fraktionsübergreifenden Antrag zur Kassenzulassung des nicht-invasiven Pränataltests (NIPT) beraten. Der Antrag trägt den Titel „Kassenzulassung des nicht-invasiven Pränataltests (NIPT) – Monitoring der Konsequenzen und Einrichtung eines Gremiums“. Nach einer halbstündigen Debatte soll der Antrag in die Ausschüsse überwiesen werden, wobei der Gesundheitsausschuss die Federführung übernehmen soll.
Der NIPT dient dem Antrag zufolge dazu, das Risiko für Trisomie 13, 18 und 21 frühzeitig mittels einer Blutprobe der Schwangeren zu ermitteln. Seit Juli 2022 gilt der Test als Kassenleistung für schwangere Frauen, sofern eine gemeinsame Einstimmung mit der Gynäkologin über die Notwendigkeit des Tests vorliegt. Der Antrag wird von Abgeordneten der CDU, CSU, SPD, Grünen und Linken unterstützt.
Die Abgeordneten kritisieren, dass die Regelungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Anwendung des Tests unzureichend sind. Dies könne dazu führen, dass der NIPT unabhängig von einer medizinischen Notwendigkeit empfohlen wird. Daten der Krankenkasse Barmer belegen, dass im Jahr 2024 fast 50 Prozent der Schwangeren den Test in Anspruch genommen haben, ein Anstieg im Vergleich zu 32 Prozent im Vorjahr. Dadurch könnte der NIPT zunehmend als Screening-Test wahrgenommen werden.
Entgegen der Erwartungen habe die Anzahl invasiver pränataler Tests nicht abgenommen, sondern zugenommen. Zudem liege die Rate der falsch-positiven Befunde im Versorgungsalltag viermal höher als theoretisch vorhergesagt. Dies führt dazu, dass viele Schwangere auf das Ersttrimester-Screening verzichten, da sie sich nach einem negativen NIPT-Ergebnis sicherer fühlen.
Die Abgeordneten fordern in ihrem Antrag die Einrichtung eines Monitorings, um die Auswirkungen der Kassenzulassung des NIPT zu evaluieren. Die Ergebnisse sollen bis spätestens Ende Juni 2027 dem Bundestag vorgelegt werden. Zusätzlich wird die Schaffung eines interdisziplinären Expertengremiums angeregt, das rechtliche, ethische und gesundheitspolitische Aspekte der Kassenzulassung prüfen soll, um eine verantwortungsvolle Grundlage für den Zugang zu genetischen Tests sicherzustellen.