In einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Tourismus am 6. Mai 2026 im Paul-Löbe-Haus in Berlin wurde die erhebliche Rolle von Freizeitparks, Vergnügungsparks und Zoos für den ländlichen Raum erörtert. Unter der Leitung von Anja Karliczek (CDU/CSU) wurde das Potenzial der Freizeitwirtschaft für die Tourismus- und Standortentwicklung thematisiert.
Manuela Stone, Geschäftsführerin des Legoland Deutschland Resort und Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Freizeitparks, bezeichnete Freizeitparks als eine „tragende Säule des Deutschlandtourismus“. Jährlich besuchen etwa 78 Millionen Gäste diese Attraktionen, die nicht nur touristische Angebote bereitstellen, sondern auch als Arbeitgeber, Investoren und regionale Impulsgeber fungieren. Insbesondere in ländlichen Gebieten, wo oft andere Wachstumsfaktoren fehlen, tragen Freizeitparks zur Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten bei.
Ein zentraler Punkt von Stones Plädoyer war die Notwendigkeit einer Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes, um auf Besucherspitzen am Wochenende besser reagieren zu können. Zudem kritisierte sie die umsatzsteuerliche Behandlung von Freizeitparks, die im Gegensatz zu Zoos und anderen Freizeitstätten den vollen Regelsatz zahlen müssen. Diese steuerliche Belastung, kombiniert mit komplexen bürokratischen Anforderungen, könnte die Entwicklung der Branche hemmen.
Auch Ali Doğan, Landrat des Kreises Minden-Lübbecke, sprach sich für eine Überprüfung der Arbeits- und Immissionsschutzregelungen aus, um den speziellen Bedürfnissen der Freizeitwirtschaft gerecht zu werden. Er betonte die wirtschaftliche Bedeutung des familiengeführten Freizeitparks „Potts Park“ in seinem Landkreis, der jährlich etwa 300.000 Besucher anzieht und Arbeitsplätze schafft.
Prof. Dr. Jörg Junhold, Direktor des Leipziger Zoos, stellte das Konzept „Zoo der Zukunft“ vor, das durch innovative Ansätze nicht nur Tierhaltung, sondern auch Bildung und Artenschutz vereint. Mit jährlich rund 1,7 Millionen Besuchern ist der Zoo Leipzig zu einer bedeutenden kulturellen Institution in Mitteldeutschland avanciert.
Zusätzlich wurde die Rolle des Fahrradtourismus thematisiert, die über die reine Freizeitgestaltung hinausgeht und als wirtschaftlicher Impulsgeber für die ländliche Region wirkt. Mandy Schwalbe-Rosenow vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club hob hervor, dass gut ausgebaute Radwege und entsprechende Dienstleistungen die Attraktivität der Freizeitangebote erhöhen.
Die öffentliche Anhörung zeigte, dass Freizeitparks und verwandte Angebote nicht nur direkt zur touristischen Anziehungskraft des ländlichen Raums beitragen können, sondern auch weitreichende positive Effekte auf die regionale Wirtschaft haben.